Claudio Moser
La notte (coperte di lana su divano)

6 July - 27 June 2020
Solo exhibition

Villa Garbald, Castasegna, Switzerland

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In einer seit 2005 bestehenden Zusammenarbeit mit dem Bündner Kunstmuseum werden durch jährlich wechselnde Präsentationen mit Kunst besondere Impulse in die Villa Garbald gebracht. Das Bündner Kunstmuseum bemüht sich dabei in besonderem Masse, das Erbe des Fotografen und Künstlers Andrea Garbald zu wahren und die Fotokunst in diesem Haus lebendig zu halten. Zu Gast ist dieses Jahr der in Genf lebende Künstler Claudio Moser mit Fotografien, die uns auf eine imaginäre Reise mitnehmen.

Claudio Moser wurde 1959 in Aarau geboren und lebt heute in Genf. Seine Fotografien erzählen die Geschichte eines Spaziergängers, der sich durch suburbane Stadtlandschaften bewegt. Als stiller Beobachter ist er unterwegs und hält mit seiner Kamera fest, was sich ihm en passant als visuelles Ereignis offenbart. Immer bleibt spürbar, dass seine Fotografien besondere Zeitaufnahmen sind, herausgelöst aus einem grösseren Kontinuum. Der Spaziergänger geht, bleibt stehen, schaut, beschreibt und bewegt sich weiter. Die ruhigen Momente sind aus der Bewegung herausgelöst. Sie gehen aus ihr hervor und gehen wieder in sie über. Was bleibt, ist eine Bildwirklichkeit zwischen Fotografie, Film und Malerei. Claudio Moser malt mit den Mitteln der Fotografie und er fotografiert mit den Augen eines Kameramanns, der kein Drehbuch braucht, um in eine Erzählung einzusteigen.

La notte (Coperte di lana su divano): Claudio Moser bezieht sich im Titel seiner Ausstellung in der Villa Garbald auf die beschreibende Bezeichnung einer Fotografie von Andrea Garbald und suggeriert eine Lesart, die über das Sichtbare hinausgeht: Er versetzt uns damit in eine Stimmung, die Privates oder Intimes verspricht, und evoziert ein Licht, das scharfe Konturen verschwimmen lässt und das Atmosphärische gegenüber dem Faktischen betont. Das kommt den Fotografien von Andrea Garbald sehr nahe. Der Bergeller ist mit seinen Arbeiten dem fotografischen Piktorialismus zuzurechnen und überzeugt immer wieder, wie er in seiner Zeit das Medium Fotografie einsetzte, um den bildnerischen Ausdruck zu steigern. Claudio Mosers Vorliebe für Schichtungen und Spiegelungen, für die Wahl besonderer Ausschnitte, für Zwischenzonen und fliessende Übergänge kann durchaus in dieser Tradition gesehen werden.