Groups and Spots. Zeitgenössische Kunst bei der Baloise

From 20 March 2021

Museum Franz Gertsch, Burgdorf, Switzerland

Nachdem vor einigen Monaten eine attraktive Publikation zur Sammlung Baloise Group erschienen ist, wird nun erstmals in einer gross angelegten Museumsausstellung eine konzentrierte Auswahl von über 250 Werken präsentiert. Dass die Ausstellung ihr Hauptaugenmerk auf Fotografien und Arbeiten auf Papier legt, entspricht der Ausrichtung dieser wichtigen zeitgenössischen Firmensammlung. Die Auswahl umfasst Werke von mehr als 40 Künstlerinnen und Künstlern, neben einigen wichtigen früheren Arbeiten aus den 1980er und 1990er Jahren entstand die Mehrheit der Werke in den vergangenen beiden Jahrzehnten.

Mit Werken von
Mathieu Kleyebe Abonnenc, Silvia Bächli, Stephan Balkenhol, Sara Cwynar, Keren Cytter, Marlene Dumas, Andreas Eriksson, Elger Esser, Karsten Födinger, Luke Fowler, Pia Fries, Ryan Gander, Geert Goiris, Joanne Greenbaum, Naoya Hatakeyama, Candida Höfer, Teresa Hubbard / Alexander Birchler, Alain Huck, Susanne Kriemann, Zilla Leutenegger, Claudia & Julia Müller, Bruce Nauman, Laura Owens, Peter Piller, John Pilson, Mary Reid Kelley, Thomas Ruff, Thomas Schütte, Ross Sinclair, Lucy Skaer, John Skoog, Jenni Tischer, Luc Tuymans, Marcel van Eeden, Inez van Lamsweerde, Ulla von Brandenburg, Amelie von Wulffen, Kemang Wa Lehulere, Stephen Waddell, Jeff Wall, Heimo Zobernig

Nach neu definiertem Konzept konzentrierte sich das Sammlungsgebiet seit 1985 auf Arbeiten auf Papier, ab den frühen 1990er Jahren kam gleichberechtigt das Feld der bildhaften Fotografie hinzu. Von Anfang an ging dabei das Bestreben dahin, nicht Einzelwerke, sondern Werkgruppen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zu erwerben, um ihr Schaffen gültig zu repräsentieren. Die Auswahl im Museum Franz Gertsch trägt diesem Aspekt Rechnung, darauf weist auch der Ausstellungstitel hin, der von einer Werkreihe der Künstlerinnen Claudia & Julia Müller entlehnt wurde. «Groups and Spots» steht für eine Auswahl, die Werkgruppen ebenso wie Einzelwerke hervorhebt, und die andererseits ebenso Arbeiten auf Papier als auch Fotografien in spannenden Konstellationen beleuchtet.

Die umfangreiche Ausstellung erstreckt sich über drei Räume: Der erste Raum ist dem Sammlungsschwerpunkt Fotografie gewidmet, im zweiten werden Werke gezeigt, die in unterschiedlichen Formen aus der konkreten Beschäftigung von Kunstschaffenden mit der Baloise als Versicherungsunternehmen oder als Bauherrin resultierten. Der dritte und grösste Raum gibt Einblick in die Vielfalt an Papierarbeiten in der Sammlung Baloise Group.

Ausgehend von den ersten Ankäufen von Gemälden von Basler Kunstschaffenden in den späten 1940er Jahren befinden sich heute über 1‘500 Werke in der Sammlung Baloise Group. Dank dieser langen Tradition ist der Kunstbezug der Baloise nicht nur bei den Mitarbeitenden gut verankert, die den Werken täglich im Arbeitsumfeld begegnen und über eine Kunstkommission auch in den Ankaufsprozess miteinbezogen sind, sondern auch in der Öffentlichkeit durch besondere Kunstaktivitäten bekannt: Seit 1999 wird jährlich an der Art Basel der Baloise Kunst-Preis an zwei junge Kunstschaffende vergeben, die Ausstellungen im Kunstforum Baloise, das sich im neuen, von Diener & Diener entworfenen Hauptsitz in Basel befindet, sind für das Publikum frei zugänglich, und nun findet nach der Publikation des Katalogs zur Firmensammlung in Burgdorf die erste Museumsausstellung statt.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Anna Wesle, Martin Schwander und Beat Wismer.

Katalog: «Ins Licht gerückt. Kunst bei der Baloise», hrsg. v. Martin Schwander im Auftrag der Baloise, Berlin: Hatje Cantz, 2020.
ISBN 978-3-7757-4641-0 (Deutsch)